Wirtschaftsforum Fricktal 2015

Das traditionelle Wirtschaftsforum Fricktal geht fremd: Es tagte statt im Fricktal am 9. September im Mettauertal. Damit werden deutliche Signale gesetzt: Das Fricktal besteht nicht nur aus Stein und Grosskonzernen.

Wirtschaftsforum Fricktal 2015 in Wil / Metauertal

Wirtschaftsforum Fricktal 2015 in Wil / Metauertal

Tagungsthema “Mobilisieren von Fachkräften”
In der Einladung des Planungsverbandes der Fricktaler Gemeinden an ausgewählte Politiker, Funktionäre, Amtsträger, Verwalter und Unternehmer wurden diese Fragen erwähnt: “Wie kann dieser Herausforderung begegnet werden? In welcher Hinsicht ist die Wirtschaft gefordert? Welchen Beitrag kann die Politik leisten?”.

Fakten und Info aus Vorträgen

Titel: Fachkräftemangel – Eine enorme Herausforderung für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft! Statistik von ‘metrobasel’, zur Präsentation von Regula Ruetz:
– In den letzten 12 Jahren ist die Verwaltung um 30% gewachsen (Bereich Soziales und Gesundheit). Was aufzeigt, das Branchen, die für Ihren Nachwuchs sorgen, diesen auch finden.
– 8%  Grenzgänger, gestiegen um 1%
– 78% der Frauen sind berufstätig.

Titel: Jehle AG – Höchste Präsentation, auch wenn es um Arbeitskräfte geht. Die Präsentation aus der Realwirtschaft erfolgte durch den Firmeninhaber Raphael Jehle.
Mit den geeigneten Massnahmen wie gutes Image und Unternehmenskultur, Mitarbeiterförderung, faire Führung und dem Einsatz von Website/Strassenplakate bis zur persönliche Mitarbeitersuche der Angestellten findet man auch seine Fachkräfte.

Titel: Sozialplanung des Kantons Aargau: Was gut ist für die Gesellschaft, ist auch gut für die Wirtschaft. Die Regierungsrätin Susanne Hochuli vom Department Gesundheit und Soziales präsentierte in ihrem Vortrag und mit Beiträgen in der nachfolgenden  Podiumsdiskussion klar die Ursachen des Problems Fachkräftemangel und auch deren Lösungsansätze des Kantons Aargau. Hier zusammengefasst:

  • Schuld sind die “Babyboomer”, die nach dem Krieg auf die Welt kamen und jetzt alle aus dem Arbeitsprozess ausscheiden und ihre AHV / Altersvorsorge wollen. Deshalb braucht es Einwanderer.
  • Diese sollen über ihr Pensionsalter hinaus arbeiten gehen.
  • Allen ArbeitnehmerInnen über 50 sollten keine Lohn- und Ferienerhöhungen mehr gemacht werden.
  • Einwanderern sollen Qualifikationserleichterungen (einfachere Anerkennung ausländischer Ausbildungen, z.B. bei Ärzten) gemacht werden um die hohen schweizerischen Anforderungen zu überwinden. Damit können sie eher und schneller qualifizierte  Arbeit finden.
  • Flüchtlinge sollten zwecks Integration in den Arbeitsprozess besser und schneller ausgebildet werden.
  • Sozialfälle und Einwanderer würden in den Gemeinden einfache Arbeiten finden können.
  • Vermisst wurden pragmatische Lösungsansätze aus der Realwirtschaft.

Publikumsfragen und Diskussion mit den Teilnehmenden

In allen früheren Ausgaben dieses Wirtschaftsforums wurden Fragen gestellt und sogar diskutiert. Doch dieses Mal war Totenstille*. Nach dem Hinweis des Veranstalters, dass der nachfolgende Apéro nur Dank dem Sponsoring einer Bank stattfinden könne, starteten die Gespräche beim Apéro.

Wer wagt sich aufs Spielfeld?

Wer wagt sich aufs Spielfeld?

Ein sonst an Diskussionen sehr engagierter Teilnehmer (Kleinunternehmer), meinte auf die Frage, warum er keine Fragen gestellt habe: ‘Ich war von den gehörten Meinungen und Lösungsansätze so perplex, dass ich das erst verarbeiten musste. Ich denke, wir haben keinen Fachkräftemangel, sondern einen Verwalterüberschuss.’

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