Innovatives Projekt Jurapark: Oberzeihen am See

Bözberg West, 1. April 2009
Die beim Bund eingereichte Idee des Juraparks trägt bereits erste Früchte. Weitsichtige Initianten entwickeln ein konkretes Projekt, das es im Jurapark und in anschliessenden Regionalparks noch nie gegeben hat: Ein See im Aargauer Jura.

Da, wo früher der Oberzeiherbach gestaut und in die Mühle von Zeihen (Mühleweiher, eingedeckt, Kanal überbaut) abgeleitet wurde, soll quer zum Tal eine flache Anschüttung gemacht werden. Diese staut den Bach und lässt einen See bis nach Oberzeihen entstehen. Die schönen Wohnlagen entlang der Strasse und beim Ortsbild von nationaler Bedeutung werden wesentlich aufgewertet. Beim Restaurant Ochsen ist eine Seeterrasse vorgesehen. Ein Campingplatz findet seinen Platz auf der kleinen Halbinsel. Es entsteht ein landschaftlicher Mehrwert in der schönen Landschaft und die alten Häuser, die heute teilweise am Zerfallen sind, werden attraktiv für Renovierungsinvestitionen.

Ortstafel Oberzeihen am See, BözbergWest im Jurapark

Ortstafel Oberzeihen am See, BözbergWest im Jurapark

Keinerlei Enteignungsverfahren oder Umsiedelungen notwendig
Mit den Bauern wurden erste Gespräche geführt (analog Andermatt). Den Bauern wird angeboten, den Humus auf den Feldern abzutragen und zur Verbesserung ihrer übrigen Felder einzusetzen, so wie das in der Regel ohne Baubewilligung sowieso gemacht wird. Den Landbesitz behalten sie wegen dem bäuerlichen Bodenrecht. Sie treten ihre Anteile an der See- und Uferfläche lediglich im Baurecht ab. Mit diesem Baurecht beteiligen sie sich an einer noch zu gründenden Aktiengesellschaft, die bei der Nationalbank günstige Kredite aufnehmen kann und Dividenden aus Nutzungsrechten bezahlt.

Klimaeinflüsse
Dank Klimaerwärmung ist mittelfristig zu erwarten, dass sowohl Surfer, Badende und Camper vom warmen Wasser profitieren können. Die Initianten fassen auch ins Auge, an geeigneten Hängen entlang des Sees wieder Reben anzubauen, so wie früher. Weinbauern (z.B. Fürstliche Weinkultur in Hornussen) hätten ein Interesse, das Angebot an Reben zu erweitern, gerade wenn es in Hornussen noch wärmer und für bestimmte Sorten zu warm wird.

Breite Unterstützung
Der Gemeinderat steht der Idee positiv gegenüber. Seit dem Besuch des damaligen Bundesrates Deiss ist Zeihen Energiestadt. Sie plant deshalb nicht nur weitere Solaranlagen und Holzschnitzelheizungen, sondern auch die Produktion von Wasserstrom zwischen Oberzeihen und Zeihen. Damit könnte die Funktion der alten Mühle von der Tradition in die Moderne geführt werden. Entsprechende Fördermittel sind aus Energiefonds zu erwarten. Die Initianten signalisieren: Wenn der Preis stimmt, wären sie bereit, den See als Deiss – See in die Landeskarte eintragen zu lassen. Übrigens war der Grossvater Deiss in Oberzeihen Schuhmacher. Vorerst werden Namensvorschläge aus der Bevölkerung und interessierten Organisationen gesammelt.

See beeinflusst möglicherweise die Standortentscheidfindung des nationalen, geologischen Tiefenlagers für radioaktive Abfälle
Für die Gemeinde Zeihen, deren Gemeinderat sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle wehren will, bekommt der See eine weitere Bedeutung: Wird der See rechtzeitig geschaffen, ist wegen der Gefahr der Durchsickerung des Untergrundes bis in den Opalinuston die Sicherheit des Endlagers nicht mehr gegeben. Die Bewilligung für den Bau des Sees eilt deshalb, bevor der Bundesrat über den Standort entscheidet und Planungszonen verhängen wird. Die Initianten hoffen, dass der Gemeinderat und weitere Nachbargemeinden Kredite, die sie für den Kampf gegen das Endlager reserviert haben, für den See ausgeben werden. Möglicherweise unterstützt auch die Antiatombewegung das Projekt „See im Aargauer Jura“.

See ist wichtige Bereicherung des künftigen Juraparks
Beim Kanton gibt man sich zurückhaltend gelassen. Raumplanerisch würde der See zur Raumentwicklungsplanung, dem regionalen Entwicklungskonzept, neuen Regionalpolitik, Dreiklang – Jurapark passen. Immerhin entstünde der viertgrösste See, der ganz im Aargau liegt

Unterstützung der Naturschützer
Positive Signale kommen auch von den Natur- und Vogelschützern: Nachdem sie es während der letzten Jahrzehnte nicht geschafft haben, dem Verschwinden von Feldlerche und anderen regionalen Tierarten Einhalt zu gebieten, öffnet sich hier ein neues Beobachtungsfeld für Fische, Krebse, Wasservögel. Ein Monitoring ist abgemacht und zugesagt.

Es gibt noch viel zu tun
Aufgrund der Komplexität überfordert das Projekt in der weiteren Bearbeitung die Möglichkeiten der ehrenamtlich tätigen Initianten. Sie beauftragten deshalb den Verein Attraktiver Standort Bözberg-West (ASB) und das Forum Doracher – lebendiges Oberzeihen mit den weiteren Projektabklärungen.

Aufruf zur Eingabe von Namensvorschlägen
Ab sofort können per e-Mail von jedermann Namensvorschläge gemacht werden. Die besten drei werden von einer Jury ausgewählt und in einer kleinen Feier bekannt gegeben:

Mittwoch, 1. April 2009, 18.00 Uhr
bei der Ortstafel „Oberzeihen“.

Die Initianten freuen sich auf eine rege Teilnahme und Unterstützung zur Realisierung des neuen Sees im Aargauer Jura.

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1 Antwort zu Innovatives Projekt Jurapark: Oberzeihen am See

  1. Redaktion sagt:

    Gar nicht so abwegig, einen neuen See zu schaffen? Doch diesmal war es noch ein Aprilscherz! Allerdings soll man früher wirklich diese Idee diskutiert haben. Einige der heute genannten Namen: Deiss See, Zeihener See. Im Umfeld der Hochwasservorkehrungen gibt es einen Plan, in dem ein “Zeihener Rückhaltebecken” vorkommt. Wir bleiben dran…

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